Reaktionen zu Klopps Aus beim BVB

Reaktionen zu Klopps Aus beim BVB

Der 15. April 2015 wird vermutlich die Dortmunder Seele noch lange beschäftigen. Nach sieben Jahren als Trainer von Borussia Dortmund gibt der zweifache Meistertrainer seinen Abschied bekannt. "Um die Entwicklung nicht zu blockieren, muss ein großer Kopf weg - das ist in diesem Fall eben meiner. Wir durften hier eine ganz, ganz große Geschichte schreiben", begründete er seine Entscheidung. SPORT1 gibt den Überblick, wer was sagt zum Dortmunder Hammer.

  • +++ Klopp geht +++
    Gerade einmal etwas länger als eine Stunde hat der HSV die Sensationsmeldung des Tags aus Bundesliga-Sicht für sich. Dann das: Laut Bild-Zeitung möchte Jürgen Klopp seinen Vertrag bei Borussia Dortmund zum Ende der Saison auflösen. Zuvor hatten die Hamburger Bruno Labbadia als neuen Trainer vorgestellt.
  • +++ Drei Jahre zu früh +++
    Im Oktober 2013 hatte Klopp seinen Vertrag beim BVB bis 2018 verlängert. Sein Abgang käme also ganze drei Jahre vor dem Ende der Laufzeit.
  • +++ PK angesetzt +++
    Borussia Dortmund hat für 13.30 Uhr eine Pressekonferenz mit Klopp angesetzt. Dabei wird der zweifache Meistertrainer wohl seine Entscheidung verkünden.


  • +++ Tuchel ein heißer Kandidat +++
    Als Nachfolger für Klopp wird bereits Thomas Tuchel gehandelt. Der ehemalige Mainzer Trainer hatte sich nicht mit dem HSV geeinigt - mit der Hamburger
    Verpflichtung von Labbadia hat sich dieses Thema endgültig erledigt.

  • +++ SPORT1 vor Ort in Dortmund +++
    SPORT1-Reporter Thorsten Langenbahn beschreibt seine Eindrücke: "Strahlend blauer Himmel, 22 Grad: Über Dortmund scheint an diesem 15.
    April die Sonne.
    Das Wetter will aber gar nicht zu den Reaktionen vieler Fans
    passen.
    Viele haben die Nachricht vom vorzeitigen Klopp-Aus ebenso mit
    Bestürzung vernommen.
    Er bleibt eben der Meistertrainer, der eine Ära geprägt
    hat.
    "

  • +++ ManCity ist wohl bereit +++
    In England schlägt die Klopp-Nachricht beinahe ebenso ein wie in Deutschland. Schon lange wird über ein Engagement Klopps in der Premier League spekuliert - auch er selbst hatte England neben Deutschland als einziges Land bezeichnet, in dem er arbeiten wolle. Manchester City soll dabei Favorit sein, auch der FC Arsenal und der FC Liverpool wurden bereits mit Klopp in Verbindung gebracht.

  • +++ Klopp übernimmt wohl gleich neuen Verein +++
    Im Gegensatz zu Pep Guardiola und Thomas Tuchel werde Klopp nach seinem Abgang kein Sabbatical-Jahr einlegen. Das berichtet der britische Guardian. Klopp werde in den nächsten Wochen seine Optionen abwägen und dann entscheiden, welchen Verein er zur kommenden Saison übernimmt.
  • +++ Stevic vom BVB überzeugt +++
    Der Ex-Dortmunder Miroslav Stevic sagt zu SPORT1: "Im heutigen Fußball darf man über nichts mehr überrascht sein. Die Leute, die Borussia Dortmund führen, haben in der Vergangenheit gezeigt, dass sie fast alles richtig gemacht haben. Deshalb bin ich auch überzeugt, dass sie auch diesmal die richtigen Entscheidungen treffen werden."
  • +++ Möller: "Bei Klopp ist die Luft raus" +++
    "Ich habe insgeheim damit gerechnet. Ich glaube, dass bei Jürgen Klopp die Luft raus ist. Es ist keine Frage der Qualität von ihm, er ist ein super Trainer, aber es ist doch so, dass für ihn diese Ära BVB einfach ausgereizt ist", sagt Andreas Möller zu SPORT1. "Der Trainermarkt ist sehr rar besetzt, gerade was Top-Trainer angeht. Thomas Tuchel ist ein junger und erfolgshungriger Coach. Jeder Trainer will Titel gewinnen und diese Möglichkeit sehe ich im nächsten Jahr beim BVB auf jeden Fall wieder und diesen nächsten Schritt strebt Tuchel an. Wenn es so kommen sollte, dass er auf Klopp folgt, dann kann das möglich sein und das kann auch funktionieren."

  • +++ BVB verhandelt mit Tuchel +++
    Laut Süddeutscher Zeitung "haben sich in den vergangenen Tagen die Kontakte zwischen Tuchel und dem BVB intensiviert". Angeblich war Tuchel die Aufgabe in Dortmund bis vor kurzem noch zu anspruchsvoll.

  • +++ Und in Hamburg? +++
    Über die aktuelle Entwicklung beim HSV und die offizielle Vorstellung von Bruno Labbadia berichtet SPORT1 ebenfalls live, und zwar hier.
  • +++ BVB-Fans: "Sehr schlimme Nachricht" +++
    Die Dortmunder Anhänger reagieren geschockt auf das Ende der  Klopp-Zeit beim BVB. "Das ist traurig und bitter, auch ein bisschen enttäuschend. Mit Klopp haben wir viele Titel gesammelt und das Champions-League-Finale erreicht. Wenn so jemand den Verein verlässt, tut das weh", sagt  Patrick Mozek aus Hilden zu SPORT1. "Aber ich kann ihn auch verstehen. Thomas Tuchel, sollte er sein Nachfolger werden, ist auch kein schlechter Trainer." Benedict Killing aus Münster ergänzt: "Das ist eine sehr schlimme Nachricht für alle BVB-Fans. Ich empfinde Traurigkeit, aber auch ein großes Gefühl der Dankbarkeit. Klopp hat sich mit dem Klub identifiziert und er hat uns wieder nach oben geführt. Wir haben ihm sehr viel zu verdanken.
  • +++ Gleich spricht Klopp +++
    Noch eine knappe Viertelstunde bis zur Pressekonferenz mit Jürgen Klopp.
  • +++ Watzke wohl auch dabei +++
    Auf dem Podium des Dortmunder Presseraums stehen vier Mikrofone: Neben Klopp, Zorc und Pressesprecher Sascha Fligge wird also wohl auch Hans-Joachim Watzke Stellung nehmen.
  • +++ Es knistert +++
    SPORT1-Reporter Thorsten Langenbahn beschreibt die Szenerie: "Ähnlich gespannte Aufregung wie heute herrschte im
    Presseraum des BVB zuletzt, als Nuri Sahin im Januar 2013 seine Rückkehr
    verkündete.
    "
  • +++ BVB bestätigt: Klopp geht +++
    Kurz vor Beginn der Pressekonferenz bestätigt der Verein in einer offiziellen Mitteilung: "Die Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA ('Borussia Dortmund') und ihr
    Cheftrainer Jürgen Klopp haben heute eine vorzeitige Beendigung ihrer
    ursprünglich bis zum 30.
    06.2018 vertraglich geschlossenen Zusammenarbeit
    mit Wirkung zum 30.
    Juni 2015 gemeinschaftlich vereinbart."
  • +++ Klopp nimmt Platz +++
    Auch Watzke und Zorc haben Platz genommen. Watzke spricht zuerst.
  • +++ Watzke betroffen +++
    Watzke wirkt sichtbar angeschlagen: "Wir haben in den letzten Tagen auf die Initiative von Jürgen einige Gespräche geführt und haben dann die gemeinsame Entscheidung getroffen, dass der Weg, den wir die letzten sieben Jahre mit unglaublichem Erfolg gegangen sind, am Ende dieser Saison zu Ende ist. Das hat uns drei, Michael, Jürgen und mich sehr angefasst. Das waren Gespräche, wo man wieder feststellen konnte, dass wir alle das Große und Ganze beim BVB im Blick haben,. Das ist für uns alle etwas ganz Besonderes. Für uns alle war es schwierig, weil wir eine sehr besondere Beziehung haben, die von Vertrauen und Freundschaft geprägt ist. Jürgen, du kannst sicher sein nach den Erfolgen und dieser unfassbar guten Zusammenarbeit, dass dir der ewige Dank aller Borussen zuteil wird. Das einzige, was mich in diesem Moment tröstet, ist, dass unsere Freundschaft bestehen wird."
  • +++ Klopp: "Nichts mit aktueller Situation zu tun" +++
    "Niemand muss mehr dankbar sein. Das war bis heute eine ganz faire Geschichte. Beide Seiten haben viel investiert und viel zurückbekommen. Ich habe immer gesagt: Wenn ich dass Gefühl habe, dass ich nicht mehr der perfekte Trainer für diesen außergewöhnlichen Verein bin, würde ich es sagen", sagt Klopp. "Ich habe mich in allen Phasen der Zusammenarbeit mit diesem Thema beschäftigt. In den vergangenen Wochen und Tagen war ich mir nicht sicher, dass ich es nicht mehr war, aber ich konnte diese Frage auch nicht mehr mit ja oder nein beantworten. Ich habe es als meine Pflicht empfunden, Michael und Aki darüber zu informieren. Warum jetzt? Das hat gar nichts mit der aktuellen sportlichen Situation zu tun, die mich heute noch viel mehr beschäftigt. In den letzten Jahren haben wir immer wieder darunter gelitten, dass Entscheidungen spät gefallöen sind und wir dann nicht mehr reagieren konnten, was den Wechsel einiger Spieler betrifft. Ich wollte diesen Druck nicht aufkommen lassen."
  • +++ Klopp macht keine Pause +++
    Klopp spricht langsam und stockend, sehr ernst. Immer wieder sucht er nach den richtigen Worten: "Meine Trainerkollegen und ich sind hier unglaublich gerne. Der Verein hat sich noch entwickelt und ist heute noch viel großartiger. Aber man ist Profi und man muss so eine Entscheidung treffen. Sie ist absolut richtig, glaube ich - fern von allen romantischen Erinnerungen. Dieser Verein hat es verdient, vom absolut, einhundertprozentig richtigen Trainer trainiert zu werden. Mir fällt keine Last von den Schultern. Als ich heute morgen erfahren habe, dass es doch schneller geht, habe ich ein bisschen etwas gelesen. Ich bin nicht müde. Und ich habe auch keinen Kontakt zu einem anderen Verein. Ich habe nicht vor, ein Jahr Pause zu machen. Das ist alles noch nicht strukturiert."
  • +++ Mit Titel verabschieden +++
    Was wünscht sich Klopp für sein Ende in Dortmund? "Noch einmal ein guter Grund, mit dem Lastwagen um den Borsigplatz zu fahren - das wäre ziemlich lässig. Wenn diese Pressekonferenz vorbei ist, werde ich wieder voll im Paderborn-Thema sein. Deswegen ist es für eine Verabschiedung noch ein bisschen früh."
  • +++ Zorc dank Klopp +++
    "Als du 2008 zu uns gekommen bist, waren wir zwar im Pokalfinale, aber doch sportlich nicht in der besten Verfassung. Du hast diesem Klub und mir persönlich viel Optimismus mitgegeben. Ich glaube, du weißt, dass ich dir dafür sehr dankbar bin", sagt Klopp. Der entgegnet lachend: "Das war auch nötig." Zorc weiter: "In Paderborn müssen wir den Abstand auf die unteren Tabellenregionen vergrößern. Nach all den Problemen wäre es eine enorme Leistung, wenn wir es nach Platz 18 im Februar doch noch in die europäischen Ränge schaffen."



  • +++ Klopp: "Kein Problem mit der Mannschaft" +++
    Trotz der jüngsten Auseinandersetzung mit Sebastian Kehl sagt Klopp: "Ich habe überhaupt kein Problem mit der Mannschaft. Aber wenn ich hier geblieben wäre, hätten sich viele, viele Dinge verändern müssen. Solange ich hier bin, werden wir immer mit den vergangenen Erfolgen verglichen. Die Schritte dieser Saison waren nie groß genug. Für eine Entwicklung muss es möglich sein, kleine Schritte zu machen. Der Verein hat eine tolle Basis, es kommen hochtalentierte Jungs nach, wo ich jetzt schon heulen könnte, dass ich sie nicht trainieren werde. Es werden neue Imoulse auf die Mannschaft treffen. Ich habe lange mit mir gerungen, ich bin ein Wettkampftyp. In dieser Phase werden die Entscheidungen für die nächste Saison getroffen. Es gab nie einen Riss in der Mannschaft."
  • +++ Klopp über seine Zweifel +++
    Wie hat Klopp gemerkt, dass er nicht mehr der Richtige ist? "Es geht damit los, dass man sich die Frage öfter stellt als normalerweise. Ich bin oft mit mir alleine unterwegs. Der Verein ist für mich unendlich wichtig. Der Name Jürgen Klopp ist in diesem Verein schon relativ groß, das wurde meiner Bedeutung nicht mehr gerecht."
  • +++ "Ein großer Kopf muss weg" +++
    "Um die Entwicklung nicht zu blockieren, muss ein großer Kopf weg - das ist in diesem Fall eben meiner. Wir durften hier eine ganz, ganz große Geschichte schreiben", sagt Klopp.
  • +++ Klopp über seine Familie +++
    Es ist nachvollziehbar, dass meine Familie in alle meine Gedankengänge einbezogen war - wenn auch nicht in die allerersten.
  • +++ Entscheidung vorgezogen +++
    "Es war eine reine Zeitfrage", sagt Watzke. "Grundsätzlich wollten wir ein finales Gespräch führen. Durch die Spekulationen von heute Morgen haben wir das dann vorgezogen. Das finale Gespräch haben wir heute Vormittag geführt."
  • +++ Mannschaft noch nicht offiziell informiert +++
    "Die Jungs können Zeitung lesen", sagt Klopp. "Ich hatte noch keine Zeit, mit ihnen zu sprechen."
  • +++ Drei Dauerkarten für Klopp +++
    Klopp bekräftigt nochmal: "Es gibt kein Fremdverschulden. Kein Spieler oder sonst jemand hat dafür gesorgt, dass ich jetzt zurücktreten muss. Ich bin ein sehr verantwortungsbewusster Mensch. Es wird jetzt wahrscheinlich kurz durchgerüttelt, aber ab morgen können wir uns wieder um den Sport kümmern." Über seine Beziehung zu den Menschen beim BVB: "Heute sind mir viele sehr traurige Menschen begegnet. Das ist auf der einen Seite schön, aber auf der anderen Seite zeigt es: Ein bisschen frischer Wind schadet auch nicht. Ich bin ja nicht aus der Welt, ich habe mir schon drei Dauerkarten gesichert."
  • +++ Klopp: "Hier läuft nichts aus" +++
    "Wir haben uns besprochen und es hat eine Weile gedauert, bis ich es aussprechen konnte", sagt Klopp. "Es muss sich keiner Sorgen machen - hier läuft nichts aus."
  • +++ Watzke lässt sich Zeit +++
    Wann präsentiert der BVB einen Nachfolger? "Sicherheit vor Schnelligkeit", sagt Watzke. "Die Tatsache, dass wir nichts über einen möglichen Nachfolger sagen, impliziert auch die Zeitplanung."
  • +++ Das war's +++
    Damit endet die Pressekonferenz in Dortmund. Klopp, Watzke und Zorc haben einen noch immer sehr aufgewühlten Eindruck gemacht. Vor allem Klopp gab sich alle Mühe, die Dramatik aus seiner Entscheidung zu nehmen - dabei stockte ihm zu Beginn aber selbst die Stimme.
  • +++ Highlight zum Schluss +++
    Als es zur vermeintlich letzten Frage ging, verlangte ein Journalist eine Eintrittskarte für seinen Sohn. "Ihr Selbstvertrauen möchte ich haben", entgegnete Klopp.
  • +++ Gespräch mit der Mannschaft +++
    Die Spieler sind vor der Einheit um 15.30 Uhr am Trainingsgelände angekommen. Klopp, Watzke und Zorc sprechen jetzt mit der Mannschaft über die Entscheidung des Trainers.
Gesponsert von ScribbleLive Content Marketing Software Platform